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Was ist Kardiologie allgemein und was bedeutet nun Kinderkardiologie im Speziellen ?

 
 


Ungefähr 8 von 1000 Kindern kommen mit einem angeborenen Herzfehler  (Vitium cordis congenitum) auf die Welt. Tatsächlich entwickeln sich diese Fehler schon sehr früh in der Embryonal-
zeit, und zwar meist im zweiten Monat nach der Befruchtung.
Es wird angenommen, dass Infektionen der Mutter, Sauerstoff-
mangel, Strahlenschäden, Alkoholkonsum  oder Medikamenten-
einnahme eine Rolle spielen. Auch eine genetische Veranlagung ist von Bedeutung.
Es gibt mehr als 40 verschiedene Formen angeborener Herzfehler.

Die häufigsten Herzfehler verteilen sich etwa folgendermaßen:

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Das Herz des Menschen
von vorn (klick für zoom)


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Schematische Darstellung
der Strömungsrichtungen



normales EKG

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EKG mit Extraschlägen
  Ventrikelseptumdefekt20-30%  
Persistierender Ductus arteriosus8-10%
Fallot´sche Tetralogie6-10%
Vorhofseptumdefekt8-10%
Aortenisthmusstenose6-9%
Aortenstenose3-6%
Pulmonalstenose7-9%
Transposition der großen Arterien4-5%



Wesentlich seltener kommt es vor, dass Kinder mit einem
"normalen" Herzen geboren werden und sich erst später ein Schaden entwickelt, z. B. die Entzündung des Herzens (Carditis)
im Rahmen von viralen und bakteriellen Erkrankungen. Rheuma-
tische Herzerkrankungen sind in den westlichen Industrie-
ländern sehr selten geworden.

Eine weitere große Gruppe von Herzkrankheiten auch im Kindesalter bilden die Störungen der Herzschlagfolge, sogenannte Rhythmusstörungen. Diese als Arrhythmien oder Dysarrhythmie bezeichneten Störungen können bei Kindern jedes Alters auftreten. Sie reichen von einem gelegentlichen unbedeutenden Extraschlag des Herzens bis zu Anfällen von Herzrasen, die häufig dringend ärztlicher Behandlung bedürfen. Kaum mehr als 1 Kind von 1000 muß jedoch deshalb medikamentös behandelt werden.

In mancherlei Hinsicht ist es bei Kindern schwieriger als beim Erwachsenen, eine Herzerkrankung zu erkennen, da z. B. ein Kind sich bezüglich seiner Beschwerden nicht auszudrücken vermag. Für das Säuglingsalter verdächtige Symptome sind:

Kurzatmigkeit, vor allem beim Trinken oder Schreien

Schwitzen und Erschöpfung beim Trinken

Blausucht, also Zyanose der Lippen und Nägel, die beim
Schreien oder jeder anderen Aktivität deutlicher wird

schlechtes Gedeihen, insb. verlangsamte Gewichtszunahme

Ein  Herzgeräusch ist bei Kindern das häufigste Leitsymptom für das Vorliegen eines angeborenen oder erworbenen Herz-
fehlers. Jedoch treten bei mehr als 50% gesunder Kinder auch Herzgeräusche auf, die durch ziemlich schnelle Blutströmung durch die Herzklappen (sogenannte Strömungsgeräusche) ver-
ursacht werden, auch aktidentelle Geräusche genannt.

Ob und wann ein Kind einem Kinderkardiologen vorgestellt werden sollte hängt davon ab, wie gut es ihm geht, wie belastbar es ist und welcher Fehler vom Hausarzt vermutet wird.

 

 
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